Renaturierung und Hochwasserschutz Talbach - Ökologische Baubegleitung

 

Der Talbach fliesst bei Lidwil, in der Gemeinde Altendorf SZ, in den Obersee. Als typischer Wildbach wird er durch eine Vielzahl von kleineren Fliessgewässern gespiesen. In einem 190m langen Projektperimeter, ab der Mündung vom Obersee aufwärts, soll der Talbach renaturiert werden. Mit dem Projekt soll der, für zahlreiche Arten, wertvolle Lebensraum «Fliessgewässer» weitgehend wiederhergestellt und gleichzeitig der Hochwasserschutz verbessert werden.

 

Gewässergüte und ... Makrozoobenthos?

Damit ein Gewässer durch die Renaturierung verbessert werden kann, ist es dringend notwendig den IST-Zustand zu kennen. Dazu gehört die Untersuchung der Gewässergüte. Die Ermittlung der Gewässergüte gibt Auskunft über den biologischen Zustand des Gewässers bzw. über dessen Qualität. Bei Renaturierungsprojekten werden selten chemische Untersuchungen gemacht, sondern eher die Lebensgemeinschaften im Fliessgewässer untersucht. Sie zeigen die Eignung des Gewässers für Lebewesen an und sind somit ein Indikator für den Lebensraum für Fische. Bewährt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Ermittlung des Makrozoobenthos. Dazu gehören alle lebenden Organismen, welche mit blossem Auge erkennbar sind. Eine solche Makrozoobenthos Untersuchung ist am Talbach durchgeführt worden. Mit der Makroozobenthos Erhebung sind 22 Taxa festgestellt worden (Familien). Das sind für ein Fliessgewässer wie der Talbach eher wenig. Bei einem intakten Fliessgewässer seiner Kategorie sind eher 30 zu erwarten. Die Erhebung hat ergeben, dass der Talbach eine niedriger Anteil am gelösten Sauerstoff hat. Hingegen ist die Nährstoffanteil sehr hoch für ein Wildbach, aufgrund des Düngeeintrags aus dem Einzugsgebiet. Ein weiteres Defizit ist der geringe Geschiebeeintrag, da oberhalb ein Kiessammler den natürlichen Zustand unterbindet. Die gefundenen Taxa weisen aber auf ein hohes Potential dieses Bachabschnittes hin. Hoffen wir, dass sich der Zustand mit der Renaturierung verbessert!

 

Seeforelle als Zielart

Für das Auflageprojekt der geplanten Renaturierung erarbeiteten wir unter anderem das Ziel- und Leitartenkonzept. Die Ziel- und Leitarten sind ausgewählte Tierarten mit spezifischen Ansprüchen an ihren Lebensraum. Ihre Habitatsansprüche decken dabei auch Ansprüche zahlreicher weiterer Arten ab und geben so den ökologischen Rahmen des Projekts vor. Die Hauptzielart im Gewässer ist die Seeforelle. Sie ist auf ein steiniges Flussbett mit einem hohen Kiesanteil angewiesen. Zentral sind auch die Initiierung von Laichplätzen und das Einbringen von Deckungsstrukturen.

 

Massnahmen

Die Massnahmen werden sorgfältig auf das Ziel- und Leitartenkonzept abgestimmt. Konkrete Massnahmen zur Förderung der Seeforelle sind ...

  • Schaffung einer gut durchflossenen Kiessohle

  • Einbringen von strukturreichen Elementen wie Wurzelstöcken und Totholz

  • Erstellen von dynamischem Abflussverhalten mit Rinnen, Kolken und Furten