Amphibienförderung Bätzimatt

 

Etwa die Hälfte aller in der Schweiz bekannten Vorkommen des Nördlichen Kammmolchs (Triturus cristatus) sind in den letzten 25 Jahren durch Verschmutzung und Zerstörung von Gewässer und Landlebensräume verschwunden. Heute gilt der Nördliche Kammmolch gemäss der «Rote Liste der gefährdeten Amphibien der Schweiz» als stark gefährdet.

 

KAMMMOLCHBESTAND IM KANTON SCHWYZ

Im Kanton Schwyz war lange Zeit nur noch ein einziges Vorkommen der Art am Lauerzersee bekannt. Mittels DNA-Analysen von Gewässerproben konnte die Stiftung Lebensraum Linthebene im Jahr 2015 den Nördlichen Kammmolch im Naturschutzgebiet Bätzimatt in Tuggen SZ nachweisen. Somit wurde ein weiterer Bestand im Kanton entdeckt.

 

EIN NATURJUWEL AM FUSSE DES BUECHBERGS

Die Bätzimatt liegt am Fusse des Buechbergs im Uferbereich des Zürichsees. Es handelt sich sowohl um ein Naturwaldreservat als auch um ein Amphibienlaichgebiet von Nationaler Bedeutung. Das Gebiet beherbergt eine Vielzahl an Amphibienarten, darunter gelten viele als gefährdet.

 

ERSTE HILFE FÜR KAMMMOLCH UND GELBBAUCHUNKE

Früher entstanden in der Bätzimatt als ehemaliges Linthdelta durch die natürliche Gewässerdynamik laufend neue natürliche Binnengewässer. Die Dynamik verschwand mit der Einstellung des Kies- und Sandabbaus endgültig. Im Laufe der Zeit ist eine Vielzahl der Tümpel gänzlich verlandet und das Angebot an Amphibienlaichgewässer wurde immer bescheidener.

Als eine erste Sofortmassnahme zur Erhaltung und Förderung des stark gefährdeten Kammmolch und der gefährdeten Gelbauchunke (Bombina variegata) erstellte das Büro für ökologische Optimierungen GmbH im Auftrag des Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) des Kanton Schwyz im Winter 2016/2017 einige neue Amphibienlaichgewässer. Um die unterschiedlichen Artansprüche zu erfüllen, wurden unterschiedliche Gewässertypen geschaffen.

 

WEITERE MASSNAHMEN GEPLANT

Für die langfristige Erhaltung des Kammmolchbestands in der Bätzimatt ist ein grösserer zusammenhängender Gewässerkomplex aus fischfreien Gewässern mit Unterwasservegetation erforderlich. Ebenso wichtig sind geeignete Land- und Überwinterungslebensräume aus Laubmischwäldern, Gehölzen sowie Feuchtwiesen mit Versteckmöglichkeiten. Um diese Lebensraumansprüche zu erfüllen, sind weitere Kammmolch- und Unkengewässer sowie die Lebensraumvernetzung in Planung.